Landau liest ein Buch
ein Buch wird zum Stadtgespräch

Das Buch 2027


Zum  dritten Mal wurde nach monatelangem Lesen, Diskutieren und Abstimmen zahlreicher lese-begeisterter Menschen ein neuer Roman für Landau liest ein Buch 2027 ausgewählt: „Schwebende Lasten“ von Annett Gröschner wird im Mittelpunkt des neuen Lese- und Mitmachtfestes im Juni 2027 stehen.


Das Buch

copyright: Verlag C. H. Beck

Die Autorin


copyright: Susanne Schleyer – autorenarchiv.de


Annett Gröschner - Schwebende Lasten

Hanna Krause war Blumenbinderin, bevor das Leben sie zur Kranführerin machte. Sie hat zwei Revolutionen, zwei Diktaturen, einen Aufstand, zwei Weltkriege und zwei Niederlagen, zwei Demokratien, den Kaiser und andere Führer, gute und schlechte Zeiten erlebt, hat sechs Kinder geboren und zwei davon nicht begraben können, was ihr naheging bis zum Lebensende. Hatte später, nachdem ihr Blumenladen längst Geschichte war, von einem Kran in der Halle eines Schwermaschinenbaubetriebes in Magdeburg einen guten Überblick auf die Beziehungen der Menschen zehn Meter unter ihr und starb rechtzeitig, bevor sie die Welt nicht mehr verstand. Hanna Krause blieb bis zu ihrem Tod eine, die das Leben nimmt, wie es kommt. Ihr einziges Credo: anständig bleiben. Annett Gröschners Roman erzählt die Geschichte eines Jahrhunderts in einem einzigen Leben und gibt, mit Hanna, denen ein Gesicht, die zu oft unsichtbar bleiben. Ein Roman über das Ende des Industriezeitalters und seiner Heldinnen im Osten Deutschlands - und über eine gewöhnliche Frau in diesem unfassbaren 20. Jahrhundert.  (Verlag C. H. Beck)


Annett Gröschner, geboren 1964 in Magdeburg, lebt seit 1983 als Schriftstellerin in Berlin. Bekannt wurde sie vor allem mit ihren Romanen Moskauer Eis (2000) und Walpurgistag (2011). Zuletzt erschien bei Hanser ihr gemeinsam mit Peggy Mädler und Wenke Seemann verfasster Bestseller Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat (2024). Annett Gröschner wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Großen Kunstpreis Berlin (Fontanepreis), dem Klopstock-Preis und dem Mainzer Stadtschreiber Literaturpreis von ZDF, 3sat und der Landeshauptstadt Mainz. (Verlag C. H. Beck)


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Es ist uns eine große Freude - Landau liest ein Buch hat Zuwachs bekommen :-):
Landau liest Lyrik


Jakob Leiner liest aus seinem Buch – „Ah, ein Herz, verstehe“
mit musikalischer Begleitung
12. Dezember 2026, 19:00 Uhr
Haus am Westbahnhof, An 44 Nr. 40 a , Landau
Eintritt vermutlich 5 – 12 €




Wir laden herzlich ein zu einer Lesung mit musikalischer Begleitung. Der Schriftsteller und Arzt Jakob Leiner wird seine Anthologie „Ah, ein Herz, verstehe“ vorstellen; im Rahmen der Lesung kommen weitere Vorlesende zu Wort – lassen Sie sich überraschen.


Porträt:  © Andreas Heideker

Jakob Leiner, geboren 1992, wuchs in einer Musikerfamilie in Landau auf; er lebt und arbeitet in Freiburg im Breisgau. „Er ist nicht nur Autor, sondern auch praktizierender Arzt, mit einem interdisziplinären Hintergrund in Musik, Literatur und Medizin. Sein 2024 erschienenes Werk „Ah, ein Herz, verstehe“, vereint genau diese Sphären auf eindrucksvolle Weise.“
(Alina Haenler, Presse-Erklärung Goethe-Institut Freiburg, 2025)


„Dichterärzte und Arztversteher – Patienteninnenklagen und Hoffnungsschimmer – Krankheitsfälle und Rezepte – Lehrreiches und Spottgedichte – Lyrische Medizin.

Hilfreiche Utensilien ärztlicher Bemühungen waren über Jahrtausende stets: das Wort, die Pflanze, das Messer. Und doch bleibt das Heilen bekanntlich eine Kunst. In dieser von Jakob Leiner herausgegebenen Anthologie an der Schnittstelle von Lyrik und Medizin eröffnet sich ein Kaleidoskop seelisch-körperlichen Befindens: 101 Dichtende aus fünf Jahrhunderten, vom Beginn der Neuzeit bis zur Gegenwart.
Lehrgedichte und Rezepte bilden weiter, während Gläubige Heilung in christlicher Lehre suchen. Es wird barock lamentiert, romantisch verklärt und anatomisch beobachtet. Die Aufklärung rückt vieles zurecht und vergisst so manches; natürlich hält die Moderne Einzug, mit ihr die große Abstraktion, die schrecklichen Kriege, das heilsam Eklektische. Und natürlich soll zu jeder Zeit der Humor als gesundheitsförderliche Ressource aufblitzen. Gleich zu Beginn sticht das Schiff der Narren in See; im Jahr 1527 wird Paracelsus mittels lyrischer Schmähschrift »geroasted«; weiter hinten kommt ein kettenrauchender Lungenfacharzt zu Wort.

So stehen die hier zusammengestellten Texte für die Kunst des Heilens und Erkrankens in all ihren psychosomatischen Facetten. Ob als Bestandsaufnahme oder Seelenspiegel – durch Rezeption wird Lyrik selbst zur Medizin. Denn die (eigene) Sprache trägt sich selbst. Sie kann ein Kurort sein.“
https://www.quintus-verlag.de/Ah-ein-Herz-verstehe/978-3-96982-102-2

Jakob Leiner wurde mit dem Deutschlandstipendium gefördert und stand 2023 auf der Shortlist zum Anna-Haag-Preis. 2025 erfolgte die Aufnahme in die Junge Akademie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz.

Wir freuen uns auf einen besonderen Abend an dem Lyrik, Medizin und Musik zusammentreffen.

Im Anschluss laden wir herzlich zum Austausch mit dem Autor und den Mitwirkenden ein.
(Getränke und Brezel können vor und nach der Veranstaltung erstanden werden.)



Informationen zur Anthologie und zu Jakob Leiner:
13.06.2025:
https://www.swr.de/kultur/literatur/gedichte-und-ihre-geschichte-jakob-leiner-ah-ein-herz-verstehe-100.htm
07.02.2025:
https://www.swr.de/kultur/literatur/jakob-leiner-hg-ah-ein-herz-verstehe-100.html

https://www.jakobleiner.com/ueber/